Gruppenanalyse und Lebensweltorientierung

Zwei Perspektiven auf Jugendwohngruppen

Autor/innen

  • Tilman Sprondel

DOI:

https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-159

Schlagworte:

Lebensweltorientierung, Gruppenanalyse, gemeinsame Lebenswelt, dynamische Matrix, Selbstzuständigkeit, Teamarbeit, therapeutische Wirksamkeit

Abstract

Ausgehend von der Feststellung, dass die bereits vor vielen Jahren von Zulliger konstatierte »Lücke« in der Theoriebildung der psychoanalytischen Pädagogik zumindest bezüglich der Heimerziehung bemerkenswerte Konstanz aufweist, wird versucht, Gemeinsamkeiten und wechselseitige Ergänzungen zwischen einer gruppenanalytisch orientierten Pädagogik einerseits und dem Konzept der Lebensweltorientierung andererseits zu beschreiben. Dabei werden die Kommunikationsorientierung und das Prinzip des Aushandelns als gemeinsame Komponenten dargestellt. Aufgabe der Pädagogen ist zunächst die konkrete Wahrnehmung der von der eigenen stark verschiedenen Lebenswelt der Adressaten und sodann die gemeinsame Konstruktion einer gemeinsamen Lebenswelt auf Zeit in der Wohngruppe. An Fallbeispielen wird erläutert, wie sich dabei eine gemeinsame dynamische Matrix entwickelt. Je stärker darin die Selbstzuständigkeit der Adressaten gefördert werden kann, desto ausgeprägter erweist sich die therapeutische Wirksamkeit der pädagogischen Einrichtung. Unverzichtbar ist hierfür eine gruppenanalytisch orientierte Arbeit mit dem pädagogischen Team, bei der unter anderem Gegenübertragungen, Spiegelphänomene und gruppendynamische Vorgänge ausgetauscht und diskutiert werden.

Autor/innen-Biografie

Tilman Sprondel

Tilman Sprondel, Dipl.-Päd., ist Gruppenanalytiker (D3G) und Dozent am Institut für Gruppenanalyse Heidelberg. Er ist seit 39 Jahren in der stationären Erziehungshilfe tätig, zuletzt als Träger, Leiter und Pädagoge in der eigenen Einrichtung.
42030

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Zitationsvorschlag

Sprondel, T. (2026). Gruppenanalyse und Lebensweltorientierung: Zwei Perspektiven auf Jugendwohngruppen. Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, 32(1), 159–178. https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-159

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