Gruppenprozesse zwischen regressiver Polarisierung und kreativer Auseinandersetzung

Autor/innen

  • Angela Moré
  • Christine Morgenroth
  • Nele Reuleaux

DOI:

https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-199

Schlagworte:

Gruppenanalyse, Containing/contained, gesellschaftliches Unbewusstes, Matrix, soziale Isolation, Ich-Stabilisierung, Anti-Gruppe

Abstract

Der Beitrag geht zunächst auf einige Entwicklungen und Erkenntnisse der Gruppenanalyse ein, um mit deren Hilfe bestimmte Prozesse und Dynamiken in Gruppen besser verstehen und ggf. auch auf nicht geleitete Gruppen übertragen zu können. Im Anschluss hieran betrachten wir verschiedene gesellschaftliche Prozesse und Entwicklungen, die zu einer Verstärkung von Spaltungstendenzen in Verbindung mit einer zunehmenden Radikalisierung und politischen Verrohung geführt haben. Hier fragen wir nach den Ängsten und Bedürfnissen von Menschen in den zunehmend anonymisierten und immer komplexer werdenden Gesellschaften sowie nach den Verlockungen und verführerischen Potenzialen von populistischen Bewegungen und Parteien, die falsche Versprechungen machen, um vermeintliche Lösungen anzubieten. Um darauf Antworten zu finden, setzt sich der Beitrag dann mit der Bedeutung von Containment in der frühen Entwicklung und in bzw. für Gruppen auseinander. Gegen Ende des Beitrags ist darum die herausfordernde Frage, welche Veränderungen in der Gesellschaft und in den zwischenmenschlichen Beziehungen notwendig sind, um diese destruktiven Prozesse zu stoppen – und welche Potenziale in Gruppen(angeboten) liegen, die demokratisches Denken und selbstbestimmtes Handeln von Individuen (in Gruppen) fördern können.

Autor/innen-Biografien

Angela Moré

Angela Moré, Prof. Dr. phil., ist außerplanmäßige Professorin für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie der Universität Hannover, Gruppenanalytikerin (SGAZ) und Gruppenlehranalytikerin (D3G), Supervisorin sowie Mitbegründerin des Gruppenanalytischen Instituts für Gruppenpsychotherapie, Organisationsberatung und Supervision (GIGOS) (https://www.gigos.de).

Christine Morgenroth

Christine Morgenroth, Prof. Dr. phil. habil, ist außerplanmäßige Professorin an der Leibniz Universität Hannover, lehrt und forscht im Fachgebiet psychoanalytische Sozialpsychologie mit den Schwerpunkten Prozesse der Marginalisierung und ihre Folgen, Qualitative Sozialforschung, insbesondere Tiefenhermeneutik, Gesellschaft und psychische Gesundheit. Publikationen u. a.: Die dritte Chance. Therapie und Gesundung von Jugendlichen Drogenabhängigen (Springer 2010); Resilienzstärkung durch Teams: Von Implosionen zu befriedigender Arbeit angesichts widriger Umstände. In C. Seidenfuss et al. (Hrsg.), Stabilität auf schwankendem Boden – Reifer Umgang mit den Unsicherheiten unserer Zeit (Springer 2024, S. 205–222).

Nele Reuleaux

Nele Reuleaux, Dr. phil., ist Soziologin, Sozialpsychologin, analytische und tiefenpsychologisch fundierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Gruppenanalytikerin. Sie ist Mitglied des Seminars für Gruppenanalyse Zürich (SGAZ) und der Deutschen Gesellschaft für Gruppeanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G). Sie ist tätig als Dozentin und Supervisorin am Winnicott-Institut Hannover, seit Juli 2025 Institutsleiterin, zusammen mit Dr. phil. Christoph Müller.
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Zitationsvorschlag

Moré, A., Morgenroth, C., & Reuleaux, N. (2026). Gruppenprozesse zwischen regressiver Polarisierung und kreativer Auseinandersetzung. Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, 32(1), 199–231. https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-199

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