Gruppenprozesse zwischen regressiver Polarisierung und kreativer Auseinandersetzung
DOI:
https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-199Schlagworte:
Gruppenanalyse, Containing/contained, gesellschaftliches Unbewusstes, Matrix, soziale Isolation, Ich-Stabilisierung, Anti-GruppeAbstract
Der Beitrag geht zunächst auf einige Entwicklungen und Erkenntnisse der Gruppenanalyse ein, um mit deren Hilfe bestimmte Prozesse und Dynamiken in Gruppen besser verstehen und ggf. auch auf nicht geleitete Gruppen übertragen zu können. Im Anschluss hieran betrachten wir verschiedene gesellschaftliche Prozesse und Entwicklungen, die zu einer Verstärkung von Spaltungstendenzen in Verbindung mit einer zunehmenden Radikalisierung und politischen Verrohung geführt haben. Hier fragen wir nach den Ängsten und Bedürfnissen von Menschen in den zunehmend anonymisierten und immer komplexer werdenden Gesellschaften sowie nach den Verlockungen und verführerischen Potenzialen von populistischen Bewegungen und Parteien, die falsche Versprechungen machen, um vermeintliche Lösungen anzubieten. Um darauf Antworten zu finden, setzt sich der Beitrag dann mit der Bedeutung von Containment in der frühen Entwicklung und in bzw. für Gruppen auseinander. Gegen Ende des Beitrags ist darum die herausfordernde Frage, welche Veränderungen in der Gesellschaft und in den zwischenmenschlichen Beziehungen notwendig sind, um diese destruktiven Prozesse zu stoppen – und welche Potenziale in Gruppen(angeboten) liegen, die demokratisches Denken und selbstbestimmtes Handeln von Individuen (in Gruppen) fördern können.
Zitationsvorschlag
Moré, A., Morgenroth, C., & Reuleaux, N. (2026). Gruppenprozesse zwischen regressiver Polarisierung und kreativer Auseinandersetzung. Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, 32(1), 199–231. https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-199
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