Der gruppenanalytische Blick in der Pädagogik und Sozialen Arbeit
DOI:
https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-23Schlagworte:
Gruppenanalyse, Pädagogik, Soziale Arbeit, Inklusion, Psychoanalyse, Systemtheorie, Kritische Theorie, Polarisierung, SpaltungAbstract
Dieser Artikel gibt einen Überblick über meine Dissertation zum spezifischen Erkenntnispotenzial des gruppenanalytischen Blicks für die Pädagogik (Wiesmann 2025). Auf der Grundlage von teilnehmenden Beobachtungen in einer Kita, deren gruppenanalytischer Auswertung und der hieran anknüpfenden Ableitung von Konsequenzen für pädagogisches Verstehen und Handeln ließ sich zum einen zeigen, wie der gruppenanalytische Blick eine soziale Kontextualisierung pädagogischer Phänomene und ein Verstehen der tiefen Vernetzung von Subjekt, Gruppe, Institution und Gesellschaft ermöglicht. Zum anderen konnten mit der gruppenanalytischen Methodik verborgene, affektive (Abwehr-)Prozesse im Gruppengeschehen erschlossen werden, die sich dem erzieherischen Bewusstsein entzogen und pädagogische Entwicklungsräume blockierten. Die Gruppenanalyse liefert damit einen gesellschaftskritischen, emanzipativen und tiefenpsychologisch-verstehenden Beitrag, der eine substanzielle Ergänzung zu der zunehmend etablierten »Metatheorie« der Pädagogik und Sozialen Arbeit – der Systemtheorie – bilden kann. Abgerundet wird der Artikel daher mit einigen Gedanken zum Austausch von Gruppenanalyse und Systemtheorie wie auch der gesellschaftspolitischen Relevanz der Gruppenanalyse angesichts gesellschaftlicher Spaltungsprozesse.
Zitationsvorschlag
Wiesmann, C. (2026). Der gruppenanalytische Blick in der Pädagogik und Sozialen Arbeit. Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, 32(1), 23–53. https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-23
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